1 Jahr VOB DIN 18451 – Wo stehen wir? Ein Rückblick und Blick nach vorn

Liebe Geschäftspartner, liebe Gerüstfreunde,

im Januar dieses Jahres haben wir Sie in unserem Newsletter über die Einführung der neuen VOB DIN 18451 informiert. Diese Norm bringt wesentliche Änderungen im Gerüstbau mit sich – von der Abrechnungsmethodik bis hin zur Vereinfachung von Ausschreibungen. Die Erwartungen waren groß, aber knapp ein Jahr nach der Einführung ziehen wir eine gemischte Bilanz.
Die Vorteile der neuen DIN 18451
Die neuen Regelungen sollten den Ausschreibungsprozess und die Abrechnung im Gerüstbau erheblich erleichtern:
Vereinheitlichung der Abrechnung: Es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen Arbeits- und Schutzgerüsten. Das bedeutet, dass beide Gerüsttypen nach den gleichen Maßstäben abgerechnet werden.
Wegfall der Grundstandzeit: Früher musste eine pauschale Standzeit des Gerüsts kalkuliert werden. Heute wird nur noch die tatsächliche Nutzungszeit berechnet. Dies bietet insbesondere bei kurzfristigen Projekten, wie Malerarbeiten oder Photovoltaikmontagen, große Vorteile.
Transparente Trennung: Die Trennung zwischen Montageleistung und Gebrauchsüberlassung sorgt für Klarheit. Ausschreibende Stellen müssen sich keine Sorgen mehr um doppelte Abrechnungspunkte machen.
Die Realität nach fast einem Jahr
Doch trotz dieser Vorteile ist das Resümee nach fast einem Jahr ernüchternd. Viele ausschreibende Stellen und selbst Gerüstbaubetriebe kennen die neuen Regelungen der DIN 18451 noch nicht oder setzen sie nicht um. Oft wird immer noch mit alten Standards gearbeitet, was zu Missverständnissen und Problemen bei der Abrechnung führt.
Geringe Bekanntheit der DIN 18451: In vielen Ausschreibungen findet die neue Norm noch keinen Platz, obwohl sie bereits seit knapp einem Jahr gilt.
Veraltete Abrechnungsmodelle: Einige Gerüstbauunternehmen nutzen weiterhin alte Methoden, was die Effizienz der neuen DIN 18451 ausbremst.
Warum die Umstellung sich lohnt
Die Anwendung der neuen Norm bringt klare Vorteile – nicht nur für Ausschreibende, sondern auch für Gerüstbaubetriebe:
Keine doppelten Kalkulationen mehr zwischen Arbeits- und Schutzgerüsten.
Kostenvorteile durch flexible Mietzeiten, besonders bei kurzen Projekteinsätzen.
Leichtere Trennung der Gerüstleistungen zwischen Werkvertrag und Mietvertrag, was zu mehr Klarheit und einfacheren Abrechnungen führt.
Unser Appell: Nutzen Sie die Vorteile der neuen DIN 18451!
Die VOB DIN 18451 schafft die Grundlage für eine transparentere und effizientere Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Gerüstbauern. Doch dieser Fortschritt kann nur dann umgesetzt werden, wenn alle Beteiligten die Regelungen kennen und anwenden. Wir empfehlen:
Schulungen und Informationsveranstaltungen für ausschreibende Stellen und Gerüstbaubetriebe, um die DIN 18451 flächendeckend zu etablieren.
Anpassung interner Prozesse in Gerüstbauunternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Vorteile der neuen Norm voll auszuschöpfen.
Unser Fazit:
Nach knapp einem Jahr bleibt noch viel Luft nach oben. Die VOB DIN 18451 bietet viele Chancen, aber sie muss noch bekannter und konsequenter angewendet werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.